Formsachen kuratiert von Fabienne Eggelhöfer

Formsachen #6 Manuel Burgener

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Ausstellung vom 19.9.08 bis 5.10.08

o.T. (paris), polaroid 4 x 5 inch, 2008

Manuel Burgener untersucht in seinem Schaffen konsequent die Gestaltungsmöglich-keiten mit Licht und mit der daraus resultierenden Wärme. Es dient dem Künstler als Werkzeug: Er formt damit Skulpturen, zeichnet damit Fotografien oder malt damit Farben.

Aus Wachs stellt er einen Baukasten mit Elementen her, welche ihm als Grundlage für unterschiedliche Konstruktionen dienen. Wie ein Schreiner fügt er diese mit Schrauben zu Tischen und Stühlen zusammen. Das Arbeitsvorgehen und die Motivwahl sind vorerst irreführend. Denn erst bei genauerem Hinsehen nimmt der Besucher wahr, dass die Möbel nicht aus Holz sondern aus Wachs gegossen sind. Als Möbel sind sie nicht nur wegen ihrer Beschaffenheit unbrauchbar, sondern auch wegen ihrer Form. Der Künstler „spielt“ mit den Bauelementen, entwickelt funktionslose Konstruktionen, welche er laufend verändert, bis die Form in sich stimmt. Die Möbel sind keineswegs starr. Denn Raumtemperatur und Lichteinfall bewirken subtile Veränderungen ihrer Form und Oberflächenstruktur. Wachs als Arbeitsmaterial verwendet der Künstler nicht nur wegen seiner Geschmeidigkeit. Die Wahl ermöglicht ihm zudem, die Skulpturen jeder Zeit einzuschmelzen und neue Formen mit dem gleichen Material zu schaffen.

Die Wiederverwendung und Umgestaltung bestehender Werke sind in Burgeners Schaffen wichtige Arbeitsschritte. So setzt er sich in einer grossformatigen Wandarbeit mit einer bestehenden Fotografie aus der Serie Aeste auseinander. Er legt das Originalpolaroid auf ein zerknittertes Blatt Papier, dessen Format einer ausgewählten Wand des Ausstellungsraumes entspricht. Er scannt diese ein. Anschliessend vergrössert er den Scan auf die Dimension der Wand, gliedert das digitale Bild in A4-Formate und druckt es auf dünne A4-Blätter aus. Diese appliziert er mit Kleister an die Wand. Die kleinen Abweichungen bei den Übergängen von Blatt zu Blatt stören die Wahrnehmung des Ganzen nicht. Dem Werk haftet also keinen Collagen- oder Mosaikcharakter an. Der Arbeitsprozess soll aber sichtbar sein. Die Wiederverwendung führt zu einer anderen Wahrnehmung des Motivs. Auf dem Bild ist ein Ästegewirr zu sehen, das sich in einem Raum entfaltet, dessen Seitenwände aus Spiegel bestehen. Der Blick des Betrachters wird durch die Vergrösserung des Bildes und durch die verstärkten Schärfekontraste in den Raum hinein geleitet. Betrachtet man hingegen das kleinformatige Original, stehen andere Eigenschaften des Motivs im Vordergrund. Die Schärfekontraste sind weniger ausgeprägt. Die Raumdimensionen und die Spiegel-Seitenwände sind auf den ersten Blick nicht lesbar. Das Gewirr aus Ästen wird dadurch verstärkt. Der Spiegel dient dem Künstler in seiner fotografischen Arbeit als Instrument, um mehr Informationen und mehr Licht auf dem Bild festzuhalten. Fotografie als Medium interessiert ihn wenig. Er verwendet dieses Medium, da es ihm erlaubt, den Blick der Betrachter zu lenken. Sie sehen im gewollten Winkel den richtigen Ausschnitt der Installationen. Die Motive scheinen auf den ersten Blick abstrakt und verwirrend. Die Spiegelungen sowie die räumlichen Anordnungen sind erst bei längerer Betrachtung erkennbar.

Die Farbe scheint in Burgeners Schaffen vorerst unwichtig. Bedenkt man jedoch, dass das Licht eines seiner wichtigsten Werkzeuge ist, so erkennt man auch die Bedeutung der Farbe. Diese Tatsache formuliert Burgener in einer Installation aus. Drei Diaprojektoren projizieren je Rot, Blau respektiv Grün an die Wand. Durch die Überlagerung der drei Farben entsteht weisses Licht.

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