Formsachen kuratiert von Fabienne Eggelhöfer

Formsachen #4 Marius Lüscher

»

Ausstellung vom 23.5.08 bis 8.6.08

Atelier 2008

In der vierten Ausstellung zeigt Formsachen Malerei, die auf explizite Bezüge zur Realität gänzlich verzichtet. Der Betrachter ist gefordert, das Bild assoziativ zu erschliessen.

In der Geschichte der Malerei haben sich bis heute unterschiedliche künstlerische Vorgehen durchgesetzt. Die Gemälde entstehen nach der Natur, nach einer Fotografie oder aufgrund eines bestimmten Konzepts.
Marius Lüscher hat sich für ein weiteres Vorgehen entschieden: Er lässt zu Beginn alles offen, verzichtet auf Verweise auf den Alltag oder auf die Natur, noch respektiert er ein strenges Konzept. Seine Gemälde vermeiden alles trivial Erzählerische. Der Entstehungsprozess ist in seinem Schaffen zentral. Das vollendete Werk ist nicht vorhersehbar. Denn die Bilder sind das Resultat von Entscheidungen, welche Lüscher während dem Arbeitsprozess fällt. Wie er welche Farbe und wo er diese auf der Leinwand auftragen soll, muss der Künstler ständig neu beurteilen. Die Arbeitsschritte werden laufend überprüft, hinterfragt oder manchmal auch korrigiert. Eine Entscheidung kann zu einem überraschenden Zwischenresultat führen, das den Künstler vor eine neue Herauforderung stellt. Das Werk entsteht somit in einem spannungsvollen Dialog zwischen Bild und Künstler. Er arbeitet gleichzeitig an mehreren Gemälden; lässt das eine ruhen, während er ein anderes überarbeitet. Aktion und Reaktion wechseln sich ab.
Lüscher schenkt seine Aufmerksamkeit jeweils einem zentralen Gebilde. Er betont mit seiner Malerei weder die Fläche der Leinwand im Sinne der All-Over-Malerei, noch interessiert ihn das Gemälde als Objekt. Der Künstler konzentriert sich auf die Formen, welche zum Teil in die Tiefe des Bildraumes führen, um alsdann wieder mit der Fläche zu verschmelzen. Die Frage nach der Gleichzeitig von Malerei und Skulptur beschäftigt den Künstler seit einigen Jahren.

Die Serie „Flaches Land“ bildet einen spannenden Gegenpol zu den oben beschriebenen Gemälden. Es handelt sich dabei um kleinformatige streng geometrische Bilder. Die Oberfläche der Leinwand wird in geometrische Flächen aufgeteilt, deren Oberfläche der Künstler wiederum unterschiedlich strukturiert. Sie sind das Resultat seiner Auseinandersetzung mit der Amerikanischen Malerei. Nicht Formen, sondern die Fläche, Oberflächenstruktur und All-Over, sind in dieser Serie zentral. Auch der Titel bezieht sich auf das amerikanische Flachland, auf die Sehnsucht nach Weite. Doch bleibt ein ambivalentes Gefühl der amerikanischen Künstlichkeit gegenüber, welche sich in der Betonung der „perfekten“ Oberfläche widerspiegelt.

  • #1
  • #2
  • #3
  • #4
  • #5
  • #6
  • #7
  • #8
  • Ausstellungsreihe
  • Kontakt