Formsachen #1-8 im Kunstraum Oktogon, 2008
kuratiert von Fabienne Eggelhöfer
Die Ausstellungsreihe „Formsachen“ zeigt künstlerische Positionen, die sich der Frage zur Form(ung) eines Kunstwerkes widmen. Die ausgestellten Werke weisen sich durch formale Ökonomie aus. Explizite Inhalte des ausserkünstlerischen Kontextes sind zweitrangig. Es gibt keine thematische Vorgabe eines Kurators. Die Auswahl der gezeigten Werke soll dem Publikum ermöglichen, seine Aufmerksamkeit primär auf einen rein künstlerischen Aspekt zu konzentrieren ohne gesellschaftlich-politische Inhalte.
In verschiedensten Medien beschäftigen sich die ausgewählten Kunstschaffenden mit Aspekten wie der Linie, der Fläche, der Form, des Raumes, des Lichts oder der Farbe.
Als Universalien verstärken oder bestätigen sie keinen bestimmten Kontext, sondern lockern und öffnen ihn. Der Inhalt bestimmt nicht die Gestalt des Kunstwerkes, sondern steht mit der Form in Wechselwirkung. Form und Inhalt bedingen sich gegenseitig. Der Streit um den Vorrang des einen vor dem anderen ist heute nicht mehr aktuell.
Fern von einer Erstarrung im Formalismus geht es den Künstlern um eine visuelle Formulierung unserer Reaktion auf das Leben. Die Kunstimmanenz garantiert den Kunstwerken eine zeitlose Gegenwärtigkeit. Sie werden nicht von einem zeitgebundenen Kontext bestimmt, sondern ändern und vervollständigen sich ständig durch Einbildungen, Assoziationen und Gedanken, die sie beim Betrachter wecken.
Das Publikum wird nicht durch die Vorgabe eines Themas gesteuert, sondern kann sich fern jeglichen Bezügen zur Umwelt seine eigene Meinung bilden.
Die Ausstellungsreihe „Formsachen“ präsentiert aktuelle Werke von Kunstschaffenden, die sich nicht dem heutigen Credo unterwerfen, dass Kunstwerke in erster Linie Inhalte von sozial-politischer Relevanz vermitteln müssen. Zudem ist die Formfindung ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger, als das Resultat.
Broschüre Formsachen #1-#8
Zur Ausstellungsreihe hat Fabienne Eggelhöfer im September 2009 eine Broschüre mit Text in Deutsch und Englisch und Bildern der acht Ausstellungen herausgegeben.
Fotos: Rolf Siegenthaler, Dominique Uldry, Sandro Fiechter und David Aebi
Übersetzung: Margret Powell-Joss (www.powelltrans.ch)
Gestaltung: Judith Rüegger
Druck: Vetter Druck AG Thun
Auflage: 300 Exemplare
Unterstützt von Stadt Bern, Kanton Bern, Burgergemeinde Bern, Stadt Thun